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Allzeit Bestenliste der Bücher und Filme

Lesezeit ist zu kostbar, als daß wir auf dieser Webseite Verrisse posten wollen. Schlechte Bücher werden bei uns idR kommentarlos mißachtet. Daran soll sich keiner abarbeiten.

Sowieso möchte ich/Cnort nur solche Bücher und Filme besprechen, die ich mir gerne noch einmal angesehen habe oder das zumindest für sehr wahrscheinlich halte. Und sei es erst in Jahren oder über Jahre hinweg. Das ist sozusagen das beabsichtigte Standardkriterium, um hier überhaupt der Ehre meiner Besprechung würdig zu sein. Das gilt für meine Empfehlungen, Hanna ist da etwas lockerer.

At the desk reading on the computer

© cenopix

Noch strenger selektieren wir bei den Allzeit besten/All time favs. In diese Kategorie schaffen es nur Bücher und Filme, von denen Hanna oder ich meinen, daß man etwas sehr Schönes verpaßt, wenn man sie nicht erlebt, gelesen und gesehen hat. Diese Bücher und Filme haben uns immer wieder gefallen, sind mehrmals gelesen oder als Film oft angeschaut worden. Werke, die uns berührt haben und von ihrer Faszination nichts eingebüßt haben. Sozusagen unsere ganz persönlichen Klassiker. Und natürlich sind wir geteilter Meinung, welche Werke dazugehören. Daher die separate Auflistung, denn bevor man sich nun endlos streitet……. So bleibt der Disput über die Zugehörigkeit zu dieser Edelkategorie ein Spaß, wenn auch manchmal ein stürmischer. Kann meine Webmasterdominanz ja nicht allzu schamlos ausreizen, sonst muß ich die Arbeit hier ganz alleine machen.

Wer uns also einen Vorschlag zur Besprechung machen möchte, darf sich gerne erst ein paar Gedanken machen, wo sich seine Empfehlung einordnen lassen würde. Zugesandte Bücher oder DVDs werden gerne aber ohne jegliche Garantie einer Besprechung angenommen und auch nicht zurückgesandt. Sie landen möglicherweise in unserer Grabbelkiste oder werden verschenkt.

Ob wir eine erzieherische Absicht haben? Neeeiiiiiin………..!  Ich doch nicht 😉

 

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Schreiben fürs Internet

Träumen ist Pflicht

Träumen ist Pflicht

Écrire, c’est se cacher derrière les mots tout á se mettant á nu.” (Schreiben ist sich Verstecken hinter Worten, um sich dabei zu entblößen.)

Lesen wir nicht in der Hoffnung, etwas offenbart zu bekommen? Wenn der Autor nicht bereit ist, kann der Leser noch so schürfen, findet nur Plattheiten und Kitsch. Der Autor muß von der Entblößung wissen, Gespaltenheit auch schmerzhaft annehmen und Zweifel lassen. Auch den, den er dem Leser zumutet.

When you write well, you’ll know it. You’ll feel more naked than if you walked nude down Fifth Avenue in New York City.”  Dr. Abraham Rothberg.“ Be prepared for the sting. You can’t dance naked without running into some hornets.“  (Wenn Du gut schreibst, weißt Du es. Du fühlst Dich nackter, als wenn Du in New York ganz nackend die Fith Avenue entlang gehen würdest. Sei auf den Stich gefasst. Du kannst nicht nackend tanzen, ohne Hornissen zu begegnen)

Mein Tagebuch versteht mich, wenn ich mich grün fühlend rot nenne. Wenn ich grün fühle, mich aber im öffentlichen Text wahn-sinnig rot beschreibe, dann kenne ich mich nicht. Dem Leser wurde Offenbarung heimlich zugesagt und doch nicht zugestanden. Weil man im tiefsten Grunde seines Herzens doch nur Verstecken spielen will? Nur die Eitelkeit bedienen? Wäre ja im Web kein Wunder. Wäre aber ein Verstoß gegen das Sinngebot des ersten Zitats.

Es ist die Krux des Wunsches, Empfindungen mit Worten zu vermitteln. Worte zerlegen, sind ein-dimensional und trennend. Bilder sind durch Worte nicht zu fassen, sie lassen auch mehr Raum, trotz ihrer Promptheit. Ich akzeptiere mein Gefühl zu einem Bild sofort. Ich akzeptiere, daß mein Gefühl mir unerklärlich ist. Text jedoch, meine ich, analysieren zu können, er läßt mir Zeit zu überlegen. Er löst die Ganzheit auf und zerlegt Gefühl in scheinbar verdaubare Portionen. Nutze ich Text jedoch wie Bilder, bleibe ich vage und allzu sehr gefühlsverloren, gebe ich Worthülsen mehr Raum als ihnen zusteht.

Sprache gibt vor allem vor, Kontrolle zu behalten. Sie verführt, am Wort zu kleben, um der Verlorenheit in der Empfindung zu entgehen. Aber es sind grad nicht nur Worte, die mich in Webseiten oder in Blogs so gern stöbern lassen. Das, was mich zu mehr Wandlung anregt, suche ich.

Dem Schreiben kann, ja, Eitelkeit nicht abgesprochen werden. Warum also veröffentlichen? Wirklich nur aus Eitelkeit? Wohl kaum.

Wenn Selbstentblößung unvermeidlich bleibt, wird Träumen Pflicht. Verstandesschichten offenbaren nicht genug. Erkenntnis ist nicht linear zu haben. Worte müssen sich ergeben dürfen, wenn das Selbst überrascht sein soll.

Vielleicht liegt darin grad der Spaß, das Ich nun schreibgewandelt neu zu präsentieren. Was vor dem Schreiben nicht erkennbar war, auf einmal freudig teilen wollen, dem unvergessenen Kind wieder das Spielen zu gestatten.

Wie wohl ist dem, der dann und wann Sich etwas Schönes dichten kann! (…) Der Dichter, dem sein Fabrikat So viel Genuß bereitet hat, Er sehnt sich sehr, er kann nicht ruhn, Auch andern damit wohlzutun,…“ (Wilhelm Busch)

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Über die Buchkritik – Buch- und Filmempfehlungen geben

Jeder ist heute berufen. Jeder rezensiert Bücher. Ach was, Bücher! Filme, Geräte, Hotels… einfach alles wird im Web beurteilt.

Wer ein Buch kauft, hat sich heute zuvor im Internet versichert, eine gute Wahl zu treffen. Nicht nur bei Sachbüchern, sondern auch bei Romanen möchte man seine Zeit nicht an hochgehyptem Schund vergeuden und billigem Gefühl aufsitzen. Wir haben uns daran gewöhnt, daß Jedermann sich zum Experten macht, uns seine Sicht anbietet, und wir sind froh darum. Nahezu für jedes Buch, jeden Film kann eine Rezension gefunden werden. Die selbsternannten Experten geben sich viel Mühe und sind in der Regel ganz authentisch. Das macht die Kritiken so gut wie schlecht.  Aber als Medienverbraucher haben wir es mittlerweile gelernt, platte Meinungen im Spiegel der fundierten Kritik zu werten. Gerade schlechten Kritiken – ob lobend oder aburteilend – machen mißtrauisch und lassen schnell erkennen, welchem Reißer wir unsere kostbare Zeit für billigen Gefühlskitsch opfern sollen.

Wo einst der studierte Film- und Literaturkritiker eine magere Vorauswahl traf, demokratisierte das Web die Erlaubnis, Kritik zu üben und vor allem zu verbreiten. Bei der immer höher ansteigenden Flut an Medienverbrauchsgütern ist es ein Segen, als geübter Infosucher schnell eine Medienkritik einholen zu können. Es ist kaum vorstellbar, daß diese Freiheit, Bewertungen sofort und ungefiltert abfordern und Kritiken unzensiert abgeben zu können, uns je wieder genommen werden könnte.

Wer als kritisch betrachtet wird, gerät schnell in den Verdacht, negativ, hart oder gar als gemein zu gelten. Urteile über das Werk anderer abzugeben, ist jedoch nicht darauf bedacht, Fehler zu finden. Im Griechischen bedeutet „kritikos“, „fähig sein zu unterscheiden“. Mit den Augen zu sehen vermögen, mit dem Verstand zu differenzieren. Und mit dem Herzen mitzufühlen, möchte ich anfügen.

Der Kritiker von Film und Literatur schaut und liest, weil er selber auf der Suche ist. Weil er Schönheit, Menschlichkeit, Lebendigkeit und Spannung sucht. Und Wahrhaftigkeit der Gefühle und Informationen. Und er möchte darüber berichten, seine Leser wiederum begeistern für die Empfindungen beim Lesen, die ihn überhaupt zum Schreiben brachten und Lektüre oder Filmschau nicht gleich abbrechen ließen. Er „scheidet“, was ihm schlecht geschrieben – also flach empfunden und ohne Tiefe verfasst – vom Lebendigen. Der Rezensent ist nicht nur mit dem Autor kritisch, er verlangt es auch dem Leser ab, sich einer neuen Welt zu öffnen, Dimensionen zu erkennen, die vom Gewohnten abweichen.

Wenn der Kritiker das Werk empfiehlt, wird er nicht erklären. Er wird den Leser und Betrachter in die vom Autor geschaffene Welt mitzunehmen versuchen. Hoffen, daß dem die Augen ganz von allein aufgehen. Ein Leseabenteuer lohnenswert beschreiben, aber die Entdeckerfreude lassen. Und wenn er gut ist, wird er dabei mehr offenbaren als seine Eitelkeit. Er wird versuchen integer zu bleiben; vor sich, dem Autor,  den Lesern und Zuschauern.

Dann wird die Empfehlung wirken. Dann führt die aufgebrachte Zeit zu mehr als Zeittotschlag und Realitätsflucht. Dann entfaltet sich – bei allem Spaß an der Zerstreuung, die wir so gerne suchen – die neue Weltsicht mit dem empfohlenen Gedankenspiel.


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